28.02.11

Rose im Baum - nie wieder

'Paul's Himalyan Musk', eine herrliche Ramblerrose.
Holt man sich so eine Rose in den Garten, kann man es kaum erwarten, dass sie endlich den Baum erobert. Meist sind diese Rambler einmalblühend. Danach bilden sie meterlange Triebe, die man anfangs noch schneiden kann. Irgendwann wächst einem die Rose über den Kopf und man kommt mit dem Schneiden nicht mehr nach.
 So der Trägerbaum nicht stark und mächtig ist, wird die Rose bald zum Problem. Das Foto habe ich im Sommer 2010 von der mittleren Gartenebene aufgenommen. Es war die letzte Blüte dieser Rose.

Zuerst noch kurz  überlegt, ob ich sie nicht doch noch ein Jahr behalte. Heute am Vormittag habe ich mich dann spontan für die Entfernung entschlossen. Nur wo und wie beginnen? Die Stacheln dieser Rose sind brutal.
 Mit Hochentaster und Baumschere machte ich mich ans Werk. Ich hatte das Gefühl, die Rose lacht mich aus. Es ging nichts weiter. Also habe ich kurzerhand den Baum unterhalb der Verzweigung durchgesägt. Aber er blieb in der Rose hängen, Ein Ast von 30cm Durchmesser hing in den 'dünnen' ineinanderverwachsenen Rosenzweigen. Da muss man die Nerven behalten ....oder auch nicht! Mir war es ab diesen Zeitpunkt egal, ob ich in den darunterliegenden Beeten etwas abbreche oder zertrete.

Kurz gesagt,  nach 4 Stunden war es vollbracht. Erleichterung und auch Wehmut überkamen mich bei diesem Anblick.
Der Grossteil der Rose liegt nun im unteren Gartenteil und wartet auf's Zerkleinern. Aber für diese Arbeit hat meine Kraft heute nicht mehr gereicht. 

Heute schneit es, dem Muskelkater tut dieser Ruhetag gut.

 Das ist nun die Ansicht vom unteren Garteneck. Die Rose hatte auch die Konifere erobert, daher die braunen Äaste. Einzelne Rosentriebe hängen noch in den Ästen. Zuerst muss ich nun das Schnittgut zur Straße raufbringen, mein Sohn entsorgt es auf seinem 'Osterfeuer'. Danach werde ich entscheiden, ob oder wie weit der Baumstamm stehen bleibt. Und die große Frage natürlich, wie gestalte ich nun diese kahle Ansicht?

Nachtrag 7.3. 
Das Wetter war nicht angenehm, trotzdem begann ich mit den Aufräumarbeiten. Nach 3 Stunden war der obere Teil fertig. Hibiskus und Buddleja bekamen auch gleich den Jahresschnitt.

Nach einer kurzen Mittagspause war auch der untere Teil geräumt.

Nun muß ich noch die dicken Rosenäste schneiden und den Baum einkürzen. Ich habe mich entschlossen, einen Teil des Baumstammes zu belassen. Die Beetgestaltung- und bepflanzung kann somit bleiben. Einzig die geänderten Lichtverhältnisse könnten noch ein Problem für so manche Pflanze werden.




Kommentare:

Monika hat gesagt…

Hallo Elfriede,

du sprichst mir aus dem Herzen. Der erste Baum mit Rose war herrlich anzuschauen, doch durch das riesige Gewirr der Rose, bot er dem Wind eine herrliche Angriffsfläche. Spät abends lag er dann in der Fahrstraße. Es war überhaupt nicht spaßig bei Taschenlampenlicht das Ungetüm zur Seite zu räumen. Der zweite Baum steht noch. Leider so nah an der Hangkante, daß ich mich nicht traue eine Leiter anzustellen und ihn zu kappen. Und GG hat wieder mal keine Zeit. So werd ich wohl den Herbst abwarten, aber dann .....

Kathrin hat gesagt…

Bei uns wächst nur Efeu an den Bäumen und der wurde bis jetzt nicht gefährlich. Wenn ich mir Deine Bilder ansehe, glaube ich Dir gerne, dass es wahnsinnig viel Arbeit war dieses nunmehrige Gestrüpp zu entfernen.

lg kathrin

Neuer Gartentraum hat gesagt…

Das sieht nach sehr viel Arbeit aus. Ich habe im letzten Jahr auch zwei Rambler gepflanzt. Nachdem ich deinen Bericht gelesen habe kommen mir Zweifel.
Liebe Grüße
Anette

SchneiderHein 3 hat gesagt…

Hallo Elfriede,
gerade gestern sah ich mir unsere Mirabelle an und überlegte mir, wann Rosa longicuspis dort wohl endlich richtig gedeiht und blüht. Bis jetzt produziert sie nur lange Triebe, in denen ich immer mal richtig fies festhänge ...

Bei einer Gartenbesichtigung hatten wir mal einen mittleren Obstbaum gesehen, der von Veilchenblau fast zu Fall gebracht wurde, da dort nicht rechtzeitig mit dem Schnitt begonnen wurde. Daher müssten wir es eigentlich immer im Hinterkopf haben, was Rambler anrichten können.
Aber trotzdem hatten wir bei Belvedere im Flieder auch etwas zu lange gewartet und mussten zu zweit mit viel Ruhe kämpfen, um im letzten Jahr alte Zweige zu entfernen. Es ist gar nicht so einfach den richtigen Zeitpunkt zum kontinuierlichen Schnitt zu finden, und dafür ab und an auf üppige Blütenpracht zu verzichten. Deinen Post sollte ich mir gut merken. Auch wenn unsere Rambler teilweise noch immer Startprobleme an ihren Standorten haben.

Schade, dass Dein Bäumchen so enden musste ...
Liebe Grüße
Silke

Elfriede Lungenschmied hat gesagt…

Natürlich tut es mir um den Baum plus rose leid, habe mich doch beide seit 20 Jahren erfreut.
Wenn, dann würde ich in einen Baum nur mehr eine Sorte ohne Stacheln setzen oder einen schwachwüchsigen Rambler ohne vegetative Triebe.

Eine Gartenfreundin leitet 'Bobby James' um ihren Pavillon. Nach der Blüte kürzt sie alle Seitentriebe auf ein paar Zentimeter ein. Sieht herrlich aus zur Blütezeit.

Dietmar hat gesagt…

Wenn ich Sie richtig verstanden habe sind Sie nicht grundsätzlich gegen einen Rambler im Baum,nur Ihr Baum hielt der Rose nicht stand?
Ich habe nämlich im Herbst 5 Rambler an große Blaufichten gepflanzt.
Im Übrigen ist Ihr Blog für mich der Lesenswerteste im Netz.
Liebe Grüße Dietmar

Elfriede Lungenschmied hat gesagt…

Ich kann mir vorstellen, dass es einige Jahre sehr schön aussieht. Nur wenn die Rambler zu dicht werden, sind die Koniferennadel braun. Sieht man auch bei meiner am Foto.
Ich hoffe, sie haben Rambler ohne Stacheln gesetzt!

Dietmar hat gesagt…

Ich habe den Garten erst vor einem Jahr übernommen. Es stehen 7 große Blaufichten längs am Zaun. Alle sind von der Sitkalaus befallen und so habe ich die unteren Etagen rigeros etwa auf 3-4 m entfernt.Es sieht recht ungewöhnlich aus,einfach kahl. So kam ich auf die Idee mit den Ramblern.Mal schauen wie es sich in den nächsten Jahren entwickelt. Es ist auch eine PHM dabei.Im Sommer stelle ich mir den Anblick eigentlich ganz gut vor.
Viele Grüße Dietmar

Susanne hat gesagt…

Hallo Elfriede,ich finde diesen blog sehr schön und informativ. Ich kann mir gut vorstellen dass es Schwerstarbeit war die herrliche Rose samt "Unterbau" irgendwie rauszukriegen und leid tut es einem dann auch noch!Gott sei Dank hab ich nur eine Ramblerrose, ich glaube es ist Bobby James,und sie rankt sich über unser altes Gartenhaus, macht jetzt nach fast 10 Jahren auch ein wenig Probleme, denn die Dornen sind so grausam, dass es kaum möglich ist die abgestorbenen Äste zu entfernen.Aber die Blüte versöhnt mich dann jedes Jahr wieder. Ich hoffe hier noch weiter viele schöne Bilder und interessante Informationen lesen zu dürfen.
Viele Grüße
Susanne

Anonym hat gesagt…

Hallo,

das sieht nach wirklich viel und vorallem "stacheliger" Arbeit aus. Ich habe bei mir im Garten auch einige Rambler , bisher habe ich alle noch gut im Griff. Aber ich glaube ich werde sie jetzt noch besser beobachten! Aber in der Blütezeit sind sie einfach ein Traum.

LG

Gartenverbandelt

Barbara hat gesagt…

Sehe gerade, dass du das gleiche "Problem" hattest wie ich. Meine Rambler schneide ich alle zwei Jahre rigoros zurück....bis jetzt hat es geklappt. Aber ich sehe schon, dass ich die gleiche Arbeit machen muss, wenn mein Zwetschgenbaum den Bobby James nicht mehr zu tragen vermag (Baum trägt selten Früchte). Kiftsgate habe ich sehr stark zurückgenommen und ihm ein Dack über die Kompostbehälter gemacht. Ich hoffe, es klappt und die starken Rosentriebe lassen sich in Schach halten. Wir werden sehen....
Liebe Grüsse,
Barbara